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Wie funktioniert erfolgreiche Nachwuchswerbung für die Jugendfeuerwehr?

Jugendwarte des Landkreises Oberallgäu tauschen erfolgreiche Konzepte zur Nachwuchsgewinnung aus

Lauben-Heising/Oberallgäu,30.03.2018 #findedeinfeuer lautet die aktuelle Imagekampagne des Landesfeuerwehrverbandes für die über 7.700 Feuerwehren im Freistaat Bayern. Doch wie sehen erfolgreiche Konzepte vor Ort aus, fragte die Jugendfeuerwehr Oberallgäu ihre Mitglieder anlässlich ihrer Frühjahrsversammlung und legte den Themenschwerpunkt auf die Nachwuchswerbung. „Es gibt im Landkreis einige Jugendfeuerwehren, die Probleme haben Nachwuchs zu finden“, stellt Kreis-Jugendfeuerwehrwart Florian Speigl anhand der Jahresberichte vermehrt fest. Auf der anderen Seite gelingt es aber Jugendfeuerwehren dennoch, Mädchen und Buben erfolgreich für die Feuerwehr zu gewinnen. Wie können also die Jugendfeuerwehren voneinander lernen? Lauben-Heisings Jugendwart Robert Hartge berichtete von einer erfolgreichen Nachwuchsmaßnahme im letzten Jahr. So sind 14 Jugendliche in die Jugendfeuerwehr neu aufgenommen worden. „Nur noch ein einziger Spint ist frei“, meint er. Ein toller Erfolg für die Wehr, deren Einsatzgebiet durch Neubaugebiete oder der Käserei Champignon stetig umfangreicher wird.

Wie ist dies gelungen? Gemeinsam mit seinen Ausbildern hat Jugendwart Hartge in rund 90 Stunden eine hochwertige Informationsmappe über ihre Jugendfeuerwehrarbeit gestaltet. Griffige Slogans sollen Jugendliche und Eltern sofort ansprechen und die „Faszination Jugendfeuerwehr – Wir bewegen!“ damit verkörpern. Vier Claims drücken dies mit Bildern aus dem Alltag der Jugendfeuerwehr aus: „Freude am Helfen“, „Entdecke das WIR-Gefühl!“, „Technik die begeistert“ und „Wir sind dabei – Wo bleibst du?“. Die Inhalte sind sowohl auf die Eltern als auch auf die Jugendlichen zugeschnitten. Drei Wochen lang waren fünf Teams der Feuerwehr in Lauben-Heising Abend für Abend unterwegs, um direkt an der Haustüre potentielle Mitglieder anzusprechen. Jedes Team bestand aus einem Jugendlichen mit einer aktiven Einsatzkraft und überbrachten so persönlich die Informationsmappe. Damit verbunden war eine Einladung zum Informationstag über die Jugendfeuerwehr. Zusätzliche Motivation ins Feuerwehrhaus zu kommen, stiftete noch ein Getränke- und Essengutschein dazu. „Vielleicht war das ein weiterer Erfolgsfaktor“, schmunzelt Hartge. Auf alle Fälle werden sie auch dieser Jahr wieder von Haus zu Haus gehen und Jugendliche für die Jugendfeuerwehr begeistern. Unterstützung erhielt die Jugendfeuerwehr von der Gemeinde Lauben-Heising, die die Druckkosten der Mappen von über tausend Euro sofort übernahm.

Ganz ähnliche Erfahrungen haben viele weitere Jugendwarte im Landkreis Oberallgäu gemacht und berichteten ebenfalls von vielen neuen Mitgliedern durch persönliche Kontaktaufnahme. Gerne werden Informationstage der Jugendfeuerwehr angeboten. Interessierte erhalten dadurch einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten in der Feuerwehr, um so ins persönliche Gespräch zu kommen. Die Nachwuchswerbung für die Jugendfeuerwehr ist auf die Bedürfnisse des jeweiligen Ortes anzupassen, empfiehlt Kreis-Jugendfeuerwehrwart Florian Speigl den Jugendwarten. „Manchmal muss man verschiedene Dinge einfach mal ausprobieren und sich nicht entmutigen lassen.“ Das Einrichten einer Kinderfeuerwehr kann eine weitere Möglichkeit sein, für die Feuerwehr zu begeistern. Die Kinderfeuerwehr in Hegge hat sogar aufgrund des Andrangs eine Warteliste eingerichtet.

Größere Städte, in denen die Bürger wesentlich anonymer leben, haben es sicherlich schwerer als Orte auf dem Land, wo sich die Bürger meist untereinander kennen. Deshalb sind auch weiterhin die landesweite Imagekampagnen wie zum Beispiel „Stell dir vor es brennt und keiner kommt“ oder „#findedeinfeuer“ notwendig, damit alle Bürger von den Freiwilligen Feuerwehr erfahren, unterstreicht der Kreis-Jugendfeuerwehrwart den Stellenwert der bisherigen Kampagnen. Allein im Landkreis Oberallgäu stehen 96 Freiwillige Feuerwehren rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr ehrenamtlich zum Schutze der Bürger bereit. Jede helfende Hand wird also gebraucht.

Text:

Florian Speigl, Kreisjugendfeuerwehrwart Oberallgäu

Foto:

Thomas Kaufmann

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