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Hohe Motivation zeichnet die Jugendfeuerwehr Oberallgäu aus

Ausbildung und Aktivitäten des Oberallgäuer Feuerwehrnachwuchses sind vorbildhaft

Tiefenbach/Oberallgäu: Es braucht weiterhin viele motivierte Menschen, um das Erfolgsmodell „Jugendfeuerwehr“ auf diesem hohem Niveau halten zu können, sagt Kreis-Jugendfeuerwehrwart Florian Speigl, anlässlich der Jahreshauptversammlung aller 54 Oberallgäuer Jugendfeuerwehren in Oberstdorf-Tiefenbach. Mit beeindruckenden Zahlen untermauerte der Kreis-Jugendfeuerwehrwart die erfolgreiche Arbeit in den Jugendfeuerwehren: 2.825 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung und 1.286 Stunden allgemeine Jugendarbeit sowie 4.781 Stunden für Vor- und Nachbereitung der Gruppenstunden sind in 2017 geleistet worden. Erfreulich ist, dass 138 neue Mitglieder den Weg in die Jugendfeuerwehr gefunden haben und der Mädchenanteil dabei kontinuierlich auf nun 22,4% gestiegen ist. Eine persönliche Ansprache von potentiellen neuen Mitgliedern ist oftmals der Erfolgsfaktor Nachwuchs zu finden. 158 gut ausgebildete Feuerwehranwärter sind in den aktiven Dienst übergetreten.

Von den Kommunen und dem Staat wird dieses ehrenamtliche und selbstlose Engagement der Jugendwarte noch viel zu wenig unterstützt, findet der Kreis-Jugendfeuerwehrwart. Nur drei von 18 Jugendwarten bekommen eine Aufwandsentschädigung für ihre Auslagen, hat eine aktuelle Umfrage unter den Jugendfeuerwehren ergeben. Und lediglich zwei Plätze für den Jugendwartlehrgang an den staatlichen Feuerwehrschulen im kommenden Jahr decken überhaupt nicht den Bedarf der 54 Jugendfeuerwehren ab.

Die Jugendfeuerwehr Oberallgäu bietet deshalb ihren Mitgliedern regelmäßig Fortbildungen an, wie in diesem Jahr ein Praxisseminar mit Profiausbildern für die patientengerechte Rettung von verunfallten aus Fahrzeugen. Nur dank hoher Spenden und eines Zuschusses des Kreisfeuerwehrverbandes sind diese Angebote überhaupt finanzierbar. Oberstdorfs 3. Bürgermeister Gerhard Schmid, selbst seit über 36 Jahren in der Feuerwehr aktiv, lobt die gute Nachwuchsarbeit in den Feuerwehren, die jedoch auch eine gute Ausstattung erfordert. Vor kurzem wurde eine neue Drehleiter für den Tourismusort in Auftrag gegeben und auch ein Bedarfsplan ist in Erstellung. „Macht bitte weiter so“, ermunterte Kreisbrandinspektor Joachim Freudig die Jugendfeuerwehren des Landkreises und freute sich über die zahlreichen Angebote für den Feuerwehrnachwuchs.

Unter dem Motto „Europa an einen Tag erleben“ wurde eine Fahrt in den Europapark mit 260 Teilnehmern organisiert. Den hohen Ausbildungsstand demonstrierten die Jugendfeuerwehren zudem durch ihre Teilnahmen beim 12. Allgäuer Feuerwehrtag, dem Aktionstag der Jugendfeuerwehr Schwaben und dem Kreisjugendfeuerwehrtag. Erstmals nahm mit der Jugendfeuerwehr Sulzberg zwei Mannschaften erfolgreich am internationalen Bewerb des CTIF (Comité Technique International de Prévention et d´Extinction du Feu) teil. „Die Teilnahme und das Kennenlernen internationaler Jugendgruppen haben uns als Team noch mehr zusammengeschweißt“, berichtet Sulzbergs Jugendwart André Weißenbach. „Wir motivieren damit im Ort die Jugendlichen, zu uns in die Jugendfeuerwehr zu kommen und schaffen damit für die Zukunft eine starke Einsatzmannschaft“, resümiert Weißenbach weiter. Bezirksjugendfeuerwehrwart Willi Sauter pflichtet dem bei und freut sich auf viele Teilnehmer bei Wettbewerben und Abnahmen auf Bezirks- und Landesebene. Die Jugendlichen sind immer mit viel Motivation dabei.

Oberstdorfs früherer Kommandant David Huber wurde mit der Bandschnalle in Silber der Jugendfeuerwehr Oberallgäu für seine Verdienste um den Feuerwehrnachwuchs ausgezeichnet. Sonthofens Jugendwart Markus Briesach erhielt die Ehrennadel in Silber der Jugendfeuerwehr Bayern. Damit wurde unter anderem sein Engagement für das Projekt „Ein Schuljahr bei der Freiwilligen Feuerwehr Sonthofen“ gewürdigt.

Foto: Thomas Kaufmann

Text: Florian Speigl, Kreisjugendfeuerwehrwart der Kreisjugendfeuerwehr Oberallgäu

 

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