Jugendfeuerwehr Bayern auf internationaler Bühne

Florian Altmann

Oberneukirchen vertritt Bayern und Deutschland bei der 25. Internationalen Jugendfeuerwehrbegegnung und CTIF-Weltmeisterschaft in Šumperk.

Šumperk (Tschechien). Sechs Tage lang stand die tschechische Stadt Šumperk ganz im Zeichen der internationalen Feuerwehrjugend. Zur 25. Internationalen Jugendfeuerwehrbegegnung des CTIF trafen sich 55 Wettbewerbsgruppen aus 22 Nationen (darunter auch Gruppen aus Japan), um ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen, Erfahrungen auszutauschen und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg zu knüpfen.

Für Deutschland gingen drei Mannschaften an den Start – darunter gleich zwei bayerische Gruppen der Jugendfeuerwehr Oberneukirchen (Landkreis Mühldorf).
Damit stellte die Jugendfeuerwehr Bayern den größten Teil der deutschen Wettbewerbsdelegation. Komplettiert wurde die deutsche Delegation durch die Jugendfeuerwehr Dassendorf aus Schleswig-Holstein. Die drei Gruppen hatten sich im September 2025 in Andernach (Rheinland-Pfalz) beim Bundesentscheid qualifiziert.

Auch organisatorisch war die Jugendfeuerwehr Bayern vertreten: Manfred Ziegler, Fachbereichsleiter Wettbewerbe der Jugendfeuerwehr Bayern, unterstützte die Veranstaltung als internationaler Wertungsrichter in der Feuerwehr-Hindernisübung und brachte seine langjährige Erfahrung in die Bewertung der Wettbewerbe ein. Florian Altmann, Fachbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit der Jugendfeuerwehr Bayern, begleitete die Veranstaltung für die Verbandsmedien und dokumentierte die Eindrücke der bayerischen Delegation.

Ein gelungener Auftakt
Nachdem die Gruppen aus aller Welt am 13. Juli angereist waren, begann am 14. Juli die Veranstaltung mit dem ersten offiziellen Training.
Für die Mannschaften war dies die Gelegenheit, sich mit den Wettbewerbsbahnen vertraut zu machen und letzte Abläufe zu verfeinern.
Am Abend folgte die feierliche Eröffnungszeremonie. Der Einzug aller Nationen sorgte für Gänsehautmomente: Fahnen aus 22 Ländern, hunderte Jugendliche und Betreuer in ihren Uniformen machten eindrucksvoll sichtbar, welche verbindende Kraft die Feuerwehrjugend weltweit besitzt, als der internationale Jugendwettbewerbsleiter Michael Wagner die Teilnehmer antreten ließ.
Der zweite Trainingstag am 15. Juli diente der finalen Vorbereitung auf den Wettbewerb. Am Abend lud die Deutsche Jugendfeuerwehr traditionell zum Deutschlandabend ein. Neben der deutschen Delegation folgten auch zahlreiche internationale Gäste der Einladung. Bei regionalen Spezialitäten, Musik und vielen Gesprächen wurde deutlich, dass die Internationale Jugendfeuerwehrbegegnung weit mehr ist als ein Wettkampf. Der persönliche Austausch, das gegenseitige Kennenlernen und die Pflege internationaler Freundschaften sind seit jeher fester Bestandteil dieser Veranstaltung.

Spannung am Wettkampftag
Am 16. Juli wurde es ernst. Im Internationalen Jugendfeuerwehrbewerb mussten die Mannschaften ihr Können sowohl bei der Feuerwehr-Hindernisübung als auch im Staffellauf unter Beweis stellen. Konzentration, Präzision und perfektes Zusammenspiel entschieden über Erfolg oder Misserfolg.
Die beiden Mannschaften der Jugendfeuerwehr Oberneukirchen zeigten starke Leistungen. Das Mädchenteam Oberneukirchen 2 erreichte einen hervorragenden 8. Platz in der Mädchenwertung und belegte Platz 20 in der Gesamtwertung aller teilnehmenden Mannschaften. Die gemischte Gruppe Oberneukirchen 1 erreichte Platz 23 in der gemischten Wertung sowie Platz 36 in der Gesamtwertung.
Auch wenn kleinere Fehler in den Wettbewerbsdurchgängen Spitzenplatzierungen verhinderten, können die Jugendlichen auf ihre Leistungen stolz sein!
Sie repräsentierten Bayern und Deutschland mit großem Engagement, hoher fachlicher Qualität und bemerkenswertem Teamgeist.
Nach dem Wettbewerb rückte der sportliche Ehrgeiz zunächst in den Hintergrund. Bei der traditionellen Lagerolympiade standen Spiel, Teamarbeit und das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Hier wurde gelacht, angefeuert und gemeinsam gefeiert – unabhängig von Nationalität oder Platzierung.

Auch Bundesjugendleiter und Delegationsleiter Christian Patzelt zeigte sich beeindruckt von den Leistungen der deutschen Mannschaften:
„Die Jugendlichen aus unseren drei Gruppen haben mich auf unterschiedliche Weise begeistert: Ehrgeiz und Einsatz, Offenheit und vor allem dieser unglaubliche Teamgeist.“

Feuerwehr kennt keine Grenzen
Ein besonderes Highlight der Internationalen Jugendfeuerwehrbegegnung war am 17. Juli die Ausstellung der Nationen. Die einzelnen Delegationen präsentierten ihre Länder, ihre Kultur sowie ihre Jugendfeuerwehren und luden zum Austausch ein. So entstanden viele interessante Gespräche und Einblicke in die Feuerwehrarbeit anderer Nationen.
Auch die Deutsche Jugendfeuerwehr präsentierte sich mit einem eigenen Informationsstand. Neben Slush-Eis konnten Airbrush-Tattoos gestaltet und Schlüsselanhänger aus Feuerwehrschlauch gebastelt werden.
Am Abend folgte die Vorstellung der Nationen mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm der teilnehmenden Nationen und anschließenden Konzerten. Die Jugendlichen feierten gemeinsam, tauschten Abzeichen und Erinnerungsstücke aus und knüpften Kontakte, die oftmals weit über die Veranstaltung hinaus Bestand haben.

Erfolgreicher Abschluss
Mit der feierlichen Abschlussveranstaltung und Siegerehrung am 18. Juli endete eine ereignisreiche Woche. Den Weltmeistertitel sicherte sich die Mannschaft aus Bludov (Tschechien) vor Písková Lhota (Tschechien) und Winden-Windegg (Österreich). Erwähnenswert ist, dass die Plätze 1 bis 4 nur 1,69 Punkte trennen.
In der Mädchenwertung gewann ebenfalls Tschechien vor Österreich und Polen.
Für die deutschen Mannschaften überwog trotz verpasster Spitzenplatzierungen der Stolz auf die gezeigten Leistungen. Besonders aus bayerischer Sicht fällt das Fazit positiv aus: Zwei der drei deutschen Mannschaften kamen aus Bayern und präsentierten die Jugendfeuerwehr Bayern auf internationalem Spitzenniveau.

Mehr als Medaillen
Die Internationale Jugendfeuerwehrbegegnung des CTIF steht seit Jahrzehnten für weit mehr als den sportlichen Wettbewerb. Sie vermittelt Werte wie Kameradschaft, gegenseitigen Respekt, Teamgeist und internationale Verständigung – Werte, die auch die Jugendfeuerwehr Bayern täglich lebt.
Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Oberneukirchen war die Woche in Šumperk daher nicht nur eine Weltmeisterschaft, sondern ein unvergessliches Erlebnis. Neue Freundschaften, wertvolle Erfahrungen und das Gefühl, Teil einer weltweiten Feuerwehrfamilie zu sein, werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Jugendfeuerwehr Bayern gratuliert den beiden Mannschaften aus Oberneukirchen herzlich zu ihren hervorragenden Leistungen und bedankt sich bei allen Betreuerinnen und Betreuern, Wertungsrichterinnen und Wertungsrichtern, Helferinnen und Helfern sowie der Deutschen Jugendfeuerwehr und dem tschechischen Ausrichter für die hervorragende Organisation dieser internationalen Begegnung.

Alles auf einen Blick: Zahlen, Daten & Fakten inkl. Punktewertungen & Platzierungen


Text & Bild: Florian Altmann, Jugendfeuerwehr Bayern

 

 

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