Vielfalt - Unsere Welt ist bunt

Unsere Welt ist vielfältig und bunt. Das spüren und sehen wir in unserem Alltag und in unseren Feuerwehren, in den Kinder- und Jugendfeuerwehren. Jeder Mensch kann bei der Feuerwehr Mitglied werden. Für jede Person gibt es einen Platz. Wir spüren aber auch, dass Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit Behinderung immer wieder mit Vorurteilen und Hürden zu tun haben. Und das auch in unseren Reihen. Aus diesem Grund möchten wir die Gemeinschaft, die Demoratie und die Teilhabe unserer Mitglieder in den Kinder- und Jugendfeuerwehren stärken.

Ihr findet hier konkrete Spiel- und Methodenideen für eure Gruppenstunden sowie weiterführende Informationen.

 

 

Spiele/ Methoden

Pizza & Demokratie

Personenanzahl: Kleingruppe im Alter von 6-12 Jahren, ca. 4-5 Teilnehmende

Zeitansatz: ca. 30 Minuten

Material: Spielmaterial beim Jugendleiterblog zu finden (siehe unten)

 

Entscheidungen treffen, Kompromisse finden, gemeinsam Lösungen suchen – Die Methode lädt Kinder spielerisch dazu ein, demokratische Prozesse zu erleben. In einem einfachen, aber lebensnahen Szenario wird diskutiert, verhandelt und abgestimmt: Welche Pizza soll es werden, wenn sich alle eine teilen?

Die Kinder erhalten die Aufgabe, sich auf eine gemeinsame Pizza zu einigen. Dafür liegen ihnen ausgedruckte Pizzazutaten auf Papier vor. Im gemeinsamen Austausch lernen sie, ihre Meinung zu vertreten, Kompromisse zu schließen und mit Enttäuschungen umzugehen. Dieses anschauliche Beispiel der Kompromissfindung lässt sich leicht auf politische Prozesse übertragen. So müssen sich etwa Mitglieder eines Stadtrats entscheiden, ob sie ein Schwimmbad sanieren oder einen Spielplatz bauen. Wird die Anzahl der Zutaten begrenzt („Ihr dürft höchstens fünf Beläge auswählen“), kann dies symbolisch für ein begrenztes Budget stehen.

Zum Abschluss gibt es natürlich? Pizza!

Quelle: Jugendleiter - Blog https://www.jugendleiter-blog.de/2025/12/07/pizza-demokratie-uebung/

Ich oder ich nicht?

Personenanzahl: keine genaue Angabe

Zeitansatz: ca. 10 Minuten als Warm Up oder ca. 30 Minuten mit Auswertung

Im Raum werden zwei Schilder aufgehängt, eines mit „Ich“, eines mit „Ich nicht“ beschriftet. Die Gruppenleitung stellt nun verschiedene Fragen, die von den Teilnehmenden beantwortet werden. Wer eine Frage nicht offen beantwortet möchte, kann auch schummeln.

Mögliche Fragen:

  • Wer kann mehr als zwei Sprachen sprechen?
  • Wer gehört einer Religionsgemeinschaft an?
  • Wer hat mehr als 3 Geschwister?
  • Wer verzichtet auf Fleisch?
  • Wer treibt regelmäßig Sport?
  • Wer lebt an dem Ort, wo sie/er aufgewachsen ist?
  • Wer trinkt gern Kaffee?
  • Wer schreibt linkshändig?
  • Bei wem wurde ein Elternteil nicht in Deutschland geboren?
  • Wer ist in Deutschland geboren?

Weitere Varianten sind mit Schildern: JA und NEIN oder Einordnung auf Barometer von 1-10

Quelle: Ideenfächer vom Jugendrotkreuz

 

Wand der Vorurteile

Personenanzahl: Keine genaue Angaben

Zeitansatz: ca. 30 Minuten

Material: Kartonbausteine, Bällem Moderationskarten oder Post Its, Stifte, Klebeband

Bei der Wand der Vorurteile geht es um die Auseinandersetzung mit Vorurteilen. Das können Vorurteile sein, die einem selber bereits begegnet sind oder Vorurteile, die einem in den Kopf kommen, wenn man an bestimmte Personengruppen, Ländern, etc. denkt.

Die Vorurteile werden auf die Bausteine geschrieben. Anschließend wird aus den Bausteinen eine Mauer gebaut. Die Mauer wird dann mit einem Ball zum Einsturz gebracht. Symbolisch wird so die Wand der Vorurteile eingerissen. Die Wand der Vorurteile kann gemeinsam als Gruppe erstellt und eingerissen werden. Es ist aber auch als Einzelmethode möglich. Dann darf jeder Teilnehmende nacheinander seine Wand der Vorurteile bauen und einwerfen.

Ablauf: Je nach Anzahl der Teilnehmenden bekommt jede Person 2 Moderationskarten. Wenn es als Einzelmethode genutzt wird, dann werden mehr Moderationskarten ausgeteilt. Auf die Moderationskarten werden die Vorurteile geschrieben. Anschließend werden sie mittels Klebestreifen auf die Kartonbausteine geklebt. Die Teilnehmenden stellen ihre Moderationskarten vor und bei Bedarf kann darüber gesprochen werden. Aus den einzelnen Kartonbausteinen wird die Wand der Vorurteile gebaut. Im Anschluss wird die Wand mittels der Bälle eingerissen.

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Vorurteile sind dir bereits als Person selber begegnet in der Schule, Verein, Familie, Öffentlichkeit?
  • Welche Vorurteile kommen dir in den Sinn, wenn du an Menschen mit Migrationshintergrund denkst?
  • Welche Vorurteile hast du in der Öffentlichkeit schon mal gehört?

Wichtig ist hier eine sensible Gruppenleitung, da sensible Themen angesprochen werden können.

Geschmacksbingo

Personenzahl: keine genaue Angabe

Zeitansatz: ca. 10 Minuten

Material: eine Bingo - Karte pro Person

Die Essgewohnheiten und was man lecker findet, hängen nicht nur mit dem Land zusammen, indem man aufgewachsen ist. Sie werden auch durch die Familie, Freunde, Schule, etc. geprägt. Was hat euch kulinarisch geprägt und mit wem teilt ihr diese Geschmäcker?

Ablauf: Jede Person bekommt ein Bingo-Blatt. Nach dem Startschuss stellen sich die Teilnehmenden gegenseitig die Fragen in den Bingo-Kästchen. Nach maximal 3 Fragen wird der/die Person gewechselt. Das Kästchen darf durchgestrichen werden, wenn das Gegenüber die gleiche Antwort hat. Vier gewinnt – diagonal, horizontal, vertikal.

Quelle: Ideenfächer vom Jugendrotkreuz

2 Lügen, 1 Wahrheit

Personenzahl: 6 - 15 Personen

Zeitansatz: ca. 15 Minuten

Material: keins

Jede Person erzählt 3 Dinge über sich, die noch jemand von ihm/ihr weiß – davon ist aber eine Aussage gelogen. Die Gruppe muss erraten, welches gelogen ist.

Auch hier kann man Vorurteile, Klischees einbauen.

Quelle: Super - Sozi: https://www.super-sozi.de/warheit-und-luege/

Arbeit mit Bildkarten

Personenanzahl: keine genaue Angabe

Zeit: ca. 15 - 45 Minuten (abhängig von Fragen und Personenanzahl)

Material: Bildkarten

Grundlegendes: Das Betrachten von Bildern weckt Assoziationen in uns. Diese können genutzt werden um sich einem Thema anzunähern. Dafür werden Bildkarten genutzt. Die Bilder müssen nichts mit dem jeweiligen Thema zu tun haben. So werden neue Blickwinkel, Perspektiven und Facetten freigesetzt.

Ablauf: Alle sitzen oder stehen im Kreis. Die Bildkarten liegen für alle gut sichtbar im Kreis verteilt. Sie können vorab bereitgelegt werden oder zu Beginn der Methode. Die Teilnehmenden sollen sich in Ruhe die Bilder ansehen und dann eines aussuchen, dass sie anspricht. An dieser Stelle kann bereits ein konkreter inhaltlicher Bezug hergestellt werden oder die Methode wird als Einstieg oder Abschluss des Tages genutzt.

Mögliche Fragestellungen als Einstieg oder Abschluss:

  • Betrachtet die Bilder und wählt ein Bild aus, das dich gerade anspricht.
  • Betrachtet die Bilder und wählt ein Bild aus, das zeigt, wie es dir gerade geht.
  • Betrachtet die Bilder und wählt ein Bild aus, das zeigt, wie dir der Tag gefallen hat.

Mögliche Fragestellungen mit inhaltlichen Bezug zu Integration, Demokratie:

  • Betrachtet die Bilder und wählt ein Bild aus, das dich an einen Konflikt erinnert.
  • Betrachtet die Bilder und wählt ein Bild aus, das dich an Gemeinschaft erinnert.

Im Anschluss kann in einer großen Runde über die jeweiligen Bilder und Fragestellungen gesprochen werden. Die Teilnehmenden können auch in kleineren Gruppen darüber sprechen.

Es können auch mehrere Fragen gestellt werden.

Quelle: Kartenset Demokratiepädagogik für Jugendliche von Birte Friedrichs/ Nikola Poitzmann

Klischees überwinden

Personenanzahl: keine genaue Personenanzahl

Zeitansatz: 60 Minuten

Material: Diverse Zeitschriften, Bilder, Plakate, Scheren, Stifte, Kleber

Jungs dürfen nicht weinen, Mädchen sind Zicken. Rosa für Mädchen, Blau für Jungs. Klischees! Gesellschaftliche Zuweisungen aus vergangenen Jahrzehnten, die auch heute noch in Gesprächen oder in den Medien präsent sind. Klischees, können Menschen einschränken oder verunsichern, wenn die vermeintlichen Ideale einer Gesellschaft nicht zu den eigenen Vorstellungen vom Aufwachsen, Leben und Entfalten passen.

Um sich mit solchen Vorurteilen und Klischees auseinanderzusetzen, sollen die Jugendlichen Plakate erstellen und Rollenbilder sammeln: Was ist typisch für Männer und Frauen? Dafür können Bilder im Internet oder in Zeitschriften gesammelt und ausgeschnitten werden.

Während der Gestaltung kann eine Diskussion über Rollenbilder stattfinden:

  • Stimmen Rollenbilder?
  • Erkennen sich die Jugendlichen wieder oder sind sie ihnen fremd?
  • Wo entstehen Konflikte zwischen dem eigenen Selbst und dem Rollenbild?
  • Gibt es deswegen Konflikte in der Familie?
  • Was ist unpassend oder veraltet?

Nicht nur im Bereich der Rollenbilder gibt es Klischees, sondern auch in Bezug auf Menschen mit Migrationshintergrund.

  • Kulturelle Unterschiede – Wie sehen in anderen Ländern die Rollenbilder von Mann und Frau aus?
  • Welche Klischees gibt es noch in Bezug auf Menschen mit Migrationshintergrund?

Ziel soll es sein, die Jugendlichen zu stärken und sie eine andere Sichtweise auf Klischees erhalten, die sie mgl. einschränken.

Quelle: Coming of Age – Begleitung auf dem Weg vom Jugendlichen zum Erwachsenen – Daniel Seiler

Die schwarze Liste

Personenanzahl: gerade Anzahl an Personen

Zeitansatz: 15 Minuten

Material: Spielkarten, Steine, Murmeln, etc.

Alle Teilnehmenden erhalten je 5 Spielkarten (Steine, Murmeln, etc.). Sie bewegen sich frei im Raum und sollen sich einer anderen Person vorstellen. Bei der Vorstellung dürfen bestimmte Wörter nicht benutzt werden. Diese stehen auf der „Schwarzen Liste“ (Begriffe werden für alle gut sichtbar auf einem Flipchart geschrieben). Wer einen Begriff verwendet, der auf der Schwarzen Liste steht, muss seinem Gegenüber eine Spielkarte (Stein, Murmel, etc.) abgeben. Der/Die Spielleiter/-in gibt ein Zeichen, wann ein neues Gegenüber gesucht wird. Das Ziel ist, am Ende des Spiels mehr Karten zu haben.

Mögliche Begriffe für die schwarze Liste sind:

  • Woher kommst du?
  • Ja, Nein
  • Schwarz, Weiß
  • Wie alt bist du?
  • Freiwillig
  • Jugendfeuerwehr
  • Feuerwehr

Quelle: Methodenkoffer, Leitfaden Basisqualifizierung für ehrenamtlich engagierte Integrationslotsinnen- und lotsen – WIR Kompetenzzentrum Vielfalt Hessen

Weiterführende Literatur/ Links

Deutsche Jugendfeuerwehr

Die Deutsche Jugendfeuerwehr setzt sich seit vielen Jahren für das Thema Vielfalt, Demokratie und Teilhabe ein. Bereits im Jahr 2007 fand die Kampagne "Unsere Welt ist bunt!" statt. Daraus haben sich ein Fachbereich Integration, Arbeitshefte und Projekte entwickelt. Ausführliche Informationen gibt es auf der Homepage der Deutschen Jugendfeuerwehr.  

Bayerische Jugendring

Auch der Bayerische Jugendring beschäftigt sich intensiv mit diesem Thema. Sie bieten eine Vielzahl an Informationen, Projekten, VIEL-Preis und Arbeithilfen an. Ausführliche Informationen gibt es hier.